102 ex-libris : ausstellung hommage an Walter Benjamin

Auf der Flucht vor der Gestapo nahm sich Walter Benjamin 1940 an der spanischen Grenze bei Portbou das Leben. In dieser Ausstellung steht er stellvertretend für die vom Nationalsozialismus Verfolgten, aber auch für alle übrigen Flüchtlinge, die damals wie heute in der Hoffnung auf Freiheit ihre Rettung im Exil suchen. Als deutscher Jude und Marxist, Philosoph und Kunstkritiker ist Benjamin eine der facettenreichsten Intellektuellen dieses Jahrhunderts.

Rund 100 spanicshe Künstler aus unterschiedlichen Bereichen (Malerei, Grafik, Bildhauerei und Fotografie) beteiligen sich an dieserh Hommage an Walter Benjamin. Einzige Vorgabe für ihre Beiträge war das Maß von 20 x 20 cm und die Beschränkung auf zwei Farben, vorzugseweise Schwarz und Rot. Die so entstandenen Arbeiten stehen in der Tradition des Exlibris. In ihrer Mehrzahl kombinieren sie Text, häufig den Namenszug Walter Benjamins, mit figurativen oder abstrakten Elementen. Das Exlibris ist hier nicht als Hinweis auf den Eigentümer eines Buches, sondern als eigenständiges Kunstwerk zu verstehen. Die philosophischen und kultursociologischen Studien Benjamins bieten zahlreiche Anlässe für eine künstlerische Auseinandersetzung.

Die Ausstellung wurde von dem französischen Kunstkritiker Alaim Moreau un dem katalanisschen Literaturwissenschafler und Kunsthistoriker Joan-Lluís de Yebra organisiert und zunächst in Colera gezeigt, das früher zur Gemeinde Portbou gehörte. Seitdem befinden sich die Werke auf einer Tournee durch Europa. Wie die Dani Karavan in Portbou geschaffene Gedenkstätte ist diese Austtelung ein weiteres Zeugnis für die Anregungen zu einer intensiven und kreativen Beschäftigung, die von Walter Benjamin bis heute ausgehen.

Alain Moreau
Joan-Lluís de Yebra